Alle Vorträge werden in einem extra Raum gehalten und sind kostenlos.
Der Vortrag beschäftigt sich mit einer Reise von den afrikanischen Früh- und Urmenschen Fundstellen bis zu den Spuren unserer Vorfahren in Europa und Asien. Die Information, die an Hominidenfundstellen gewonnen wird, ist leider oft lückenhaft. Analysen der Tierwelt an diesen Lokalitäten ergeben oft weitere Hinweise über Lebensräume oder Nahrungsgewohnheiten. Nur durch neue Funde kann das Puzzle Menschwerdung weiter komplettiert werden.
Seit der Antike ist Zentralasien mit der Seidenstrasse die Verbindung zwischen Ost und West in Eurasien, die nicht nur die Bewegung von Waren zwischen Europa und dem Fernen Osten ermöglichte, sondern auch die Ausbreitung von Völkern, Religionen und Ideen. Trotz dieser Bedeutung in historischer Zeit, wurde die Relevanz dieses Gebietes für die Fragen der menschlichen Evolution lange nicht erkannt. Kaum Fossilfunde, und nur wenige bekannte archäologische Fundstellen, sowie eine gewisse politische Isolation in der Sowjetunion führten dazu, dass dieses Gebiet in Theorien und Diskussionen der Menschheitsentwicklung ignoriert wurde.

Seit rund zehn Jahren nimmt das Interesse an diesem Gebiet zu, und die vermehrte Ausgrabungstätigkeit hat auch zur Entdeckung zahlreicher neuer Hominidenreste geführt. Analysen der Morphologie dieser Fossilien, und die neuen Methoden der Paläogenetik zeigten, dass in diesem Gebiet nicht nur die östlichsten Neandertaler, sondern auch eine bis 2010 unbekannte Menschengruppe, die Denisovaner lebten. Dr. Viola arbeitet seit 2003 in Zentralasien und berichtet über neue Entdeckungen und Ergebnisse aus Usbekistan und aus dem Altai‑Gebirge in Sibirien.
Der Mensch stammt aus Afrika, dies belegen zumindest die fossilen Funde von Vor- und Urmenschen, denn nur auf dem afrikanischen Kontinent hat man bisher Überreste unserer frühen Entwicklungsgeschichte gefunden, die älter sind als 2 Millionen Jahre. Mittlerweile suchen internationale Forscherteams in Ost- und Zentralafrika gezielt in Ablagerungen, die zwischen 4 und 7 Millionen Jahre alt sind nach fossilen Belegen des aufrechten Ganges. So weit lässt sich die Eigenentwicklung der menschlichen Vorfahren schon zurückverfolgen. Mit modernen Satellitenbildern und GPS (Global Positioning System) versuchen die Paläoanthropologen neue Fundorte in entlegenen und nur schwer zugänglichen Gebieten der afrikanischen Savanne aufzuspüren. Campleben und Hitze werden dabei gerne in Kauf genommen, denn die Freude ist riesig, wenn ein weiterer Puzzle-Stein entdeckt wird. Dabei liefern die seltenen Hominidenfunde nur bedingt Informationen über unsere Evolution. Es sind vielmehr die zahlreichen fossilen Tierreste und die Rekonstruktionen der Ablagerungsbedingungen, die den Forschern eine genauere Vorstellung über die damaligen Umweltbedingungen und die Entstehung der Fossilien geben. Vor allem in den letzten Jahrzehnten zeichnet sich die intensive Geländearbeit internationaler Forscherteams durch eine ganze Reihe von fossilen Funden aus und liefert ein immer komplexer werdendes Bild der Evolution des Menschen. Die Entstehung des aufrechten Ganges, ein Markenzeichen unserer Vorfahren, ist ein begehrtes Thema in der Paläoanthropologie. Hat sich der aufrechte Gang vielleicht mehrfach an verschiedenen Orten in Afrika entwickelt, oder sind die bekannten Fossilien nur Ausschnitte einer Entwicklungslinie? Um Antwort auf diese und andere Fragen zu erhalten, beteiligt sich Dr. Ottmar Kullmer vom Senckenberg Forschungsinstitut Frankfurt a. M. an internationalen Grabungen in Afrika. Sein Vortrag gewährt einen Einblick in die aufwändige Suche nach den Belegen der Evolution des Menschen.
| Dienstag - Sonntag | 10 - 18 Uhr |
| Letzter Einlass | 17 Uhr |
| Kinder bis 5 Jahre | frei |
| ermäßigt: Kinder (6 bis 15 J.) | 3,00 € |
| Rentner, Studenten, Schüler | 3,00 € |
| Erwachsene (ab 16 J.) | 6,00 € |
| Familienticket | 15,00 € |
| Audioguide | 2,00 € (+10,00 € Pfand) |